:: zugangsbeschränkungen - mythen, fakten, analysen
Der VSStÖ lehnt Zugangsbeschränkungen an Universitäten kategorisch ab. Zugangsbeschränkungen sind mit offenen, demokratischen und sozial inklusiven Universitäten nicht vereinbar.
- Zugangsbeschränkungen sind extrem ungerecht (sozial selektiv, Benachteiligung von Frauen und Menschen nicht deutscher Muttersprache)
- es gibt in Österreich viel zu wenig Studierende
- die Universitätsbudgets sind völlig unzureichend. Hier muss angesetzt werden, anstatt die Zahl der Studierenden künstlich zu reduzieren.
- nach einem Bachelor-Studium muss für alle ein entsprechendes Master-Studium möglich sein
- Zugangsbeschränkungen widersprechen dem Menschenrecht auf Bildung
Auswirkungen von Zugangsbeschränkungen
Zugangsbeschränkungen führen zu extrem starken sozialen Verschiebungen bei der Bildungsbeteiligung. Gleichzeitig ist die Finanzierung der Universitäten sowie die Studierendenzahlen im internationalen Vergleich katastrophal. Dazu ein paar Zahlen:
- Im Studienjahr 2006/2007 waren an der Medizinischen Universität Wien 59,3 % der „StudienplatzbewerberInnen“ Frauen, nach der Aufnahmeprüfung (EMS-Test) betrug der Frauenanteil 46%.
- Bereits jetzt ist die soziale Herkunft extrem relevant bei der Frage, ob ein Studium aufgenommen werden kann: Während z.B. auf 1000 Väter mit Lehrabschluss 7,9 erstmals an einer wissenschaftlichen Universität zugelassenen Kinder pro Jahr kommen, liegt diese Zahl bei 1000 Vätern mit akademischem Abschluss bei 42,9 (Studierenden-Sozialerhebung 2006).
- In Österreich schließen 21% eines Jahrgangs ein Hochschulstudium ab. Im OECD-Durchschnitt sind es 37% (OECD Education at a Glance 2008).
- Die AkadmikerInnenquote bei 25-64 Jährigen beträgt in Österreich 18%. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 27%. Damit ist Österreich eines der Schlusslichter (OECD Education at a Glance 2008).
Österreich benötigt also dringend einen Ausbau der Universitäten und nicht noch zusätzliche Hürden. International gesehen ist Österreich Schlusslicht bei Bildungsbeteiligung und bei sozialen Kriterien zum Bildungszugang.
Die von Minister Hahn vorgeschlagenen Zugangsbeschränkungen würden die Bildungsmisere in Österreich weiter verschärfen. Das Gegenteil muss jedoch geschehen: Massiver Bildungsausbau und Abbau von Hürden zu Bildung!
Weitere Informationen zur Position des VSStÖ sowie zu Zugangsbeschränkungen im Medizinstudium findest du hier.
