:: studieren und arbeiten
Wer ein Studium zielgerichtet, ernsthaft und nicht nur der reinen Verwertbarkeit wegen betreibt, wird bemerken, dass das Studium alleine bereits als Full-Time-Job bezeichnet werden kann. Nichtsdestotrotz muss ein Großteil aller Studierenden zusätzlich zu ihrem Studium durch Erwerbsarbeit nach dem Brote gehen. Und das in nicht geringer Zahl. Knappe 60 % aller Studierenden sind alleine während des Semesters berufstätig und 72,4% davon geben an arbeiten gehen zu müssen, weil es für die Bestreitung des Lebensunterhaltes unbedingt notwendig ist.
Darüber hinaus nimmt die Anzahl jener Studierenden zu, die sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen wieder finden. Werkverträge, unbezahlte Praktika oder zumindest freie Dienstverträge sind wohl für keineN mehr ein Fremdwort. Faktum ist, dass Studierende in ihrer Position auf dem Arbeitsmarkt regelmäßig gegenüber UnternehmerInnen die schwächere Position einnehmen.
Studierende die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, werden von sozialen Selektionsmechanismen doppelt hart getroffen. Einerseits führen die knapp bemessenen Mindeststudiendauern und Toleranzsemester (insbesondere in den Bachelorstudien) dazu, dass werktätige Studierende auch noch die letzten staatlichen Unterstützungsspritzen verlieren und somit mehr arbeiten müssen um sich zu erhalten, was dazu führt, dass sie noch stärker als zuvor am Studienabschluss gehindert werden. Darüber hinaus ignoriert ein Gutteil der österreichischen Hochschulen mit bemerkenswerter Standfestigkeit die Bedürfnisse der lohnabhängigen KollegInnen (Stichwort: Abendlehrveranstaltungen oder Institutsöffnungszeiten).
Umso wichtiger ist es über die eigenen Rechte und das eigene Dienstverhältnis Bescheid zu wissen. Alle notwendigen Informationen zu Dienstverhältnissen, Verdienstfreigrenzen und Unterstützungsmöglichkeiten wie dem SelbsterhalterInnenstipendium findest du in unserer Sozialbroschüre.